sagarbha-sukshma-pranayama

Subtiles Atemgewahrsein mit mantra

von Swami Veda Bharati

pratyahara

Solange Geist und Körper nicht vollständig entspannt sind, kann man das Gewahrsein seines physischen Körpers nicht hinter sich lassen. Er bleibt weiter im Bewusstsein gegenwärtig. So kann das Bewusstsein nicht wirklich in die feineren Ebenen finden.

Die Ruhelosigkeit der aktiven Sinne (karmendriyas) und die mentalen Verstrickungen der rezeptiven Sinne (jñanendriyas) können ohne völlige Entspannung des Körpers nicht gelöst oder befriedet werden. Ohne diese völlige Entspannung der Sinne kann die Ausgeglichenheit des Atems nicht erreicht werden. Und ohne Ausgeglichenheit des Atems kann man sein Gewahrsein nicht in pranamaya-kosha überführen
(pranamaya-kosha: die Ebene der vitalen Energien - ein Bestandteil des Subtilkörpers) .

Daher sind die nötigen Schritte:

  • völlige Entspannung des Körpers -
  • gleichmäßiges Fließen des Atems -
  • der Atem wird 'sagarbha' (schwanger, mit Keim) - d.h. er wird mit einem mantra verbunden -
    denn nirgarbha-pranayama - Atemgewahrsein ohne mantra - kann nicht in die Tiefe führen.

Kontraktion und Ausdehnung

Ayama bedeutet sowohl Kontraktion wie Ausdehnung:

  • Ausdehnung bedeutet die Ausdehnung der Länge des Atems, aber auch die Ausdehnung der prana-Vitalität in alle Bereiche des Körpers. Damit verbunden findet auch die Ausdehnung des Geistes statt.
  • Kontraktion ist ebenfalls in einem zweifachen Sinn zu begreifen:
    den Atem sehr fein gestalten - und kevala-kumbhaka (das natürliche Stillwerden des Atems) verwirklichen.
    Kevala kann nicht durch Bemühung erreicht werden - es ist ein spontanes Geschehen, es gibt dafür keine vorbereitenden Übungen.

Ayama beinhaltet also diese vier Aspekte - zwei der Ausdehnung und zwei der Kontraktion.

Hat man also Folgendes erreicht:

  • die Ausgeglichenheit des Atems - durch die Zwerchfellatmung -
  • Feinheit und kevala durch Beobachtung -
  • und wenn Ausatmung und Einatmung in Länge und Stärke gleich sind -

dann benutzt man die Atembewusstheit als Brücke, um in pranamaya-kosha einzutreten.

In den einfachen pranamaya-kosha-Übungen wird die Aufmerksamkeit zusammen mit dem Atem zwischen zwei Punkten des Körpers bewegt. Diese Atemsystematik wird auch als pratyahara bezeichnet, doch das ist nicht allgemein bekannt. Prana wird also von einem zu einem anderen Punkt bewegt - und damit verbunden bewegt sich der Geist von einem zum anderen Punkt. Auf diese Weise wird der Geist von den Sinnen zurückgezogen - und die Kräfte der Sinne lösen sich auf in die so bewirkte Stille des Geistes.

Hier kommen wir zu den Yoga-sutras

Pratyahara ist also nicht nur das Resultat, wie es in den Yoga-sutras beschrieben wird -
es ist dieser gesamte Prozess. In unserem Übungssystem wird dieser Prozess als sukshma-pranayama bezeichnet - subtiles pranayama.

Um Zugang zu pranamaya-kosha zu finden, und um zu lernen, prana und Geist von Punkt zu Punkt zu führen, benötigen Anfänger die Anwendung des Atems.
Für fortgeschrittene Yogins bewegt sich nur prana - das Vehikel des physischen Atems wird vergessen.

kumbhaka

In sukshma-pranayama - als eine Praxisform von pratyahara - werden prana und Geist von Punkt zu Punkt bewegt. Und wenn prana und Geist an einem dieser Punkte gehalten werden, bezeichnet wir das (in unserer Tradition) als kumbhaka. Durch dieses kumbhaka des sukshma-pranayama wird kevala-kumbhaka des physiologischen Atems spontan auftreten.

Es gibt einen sehr subtilen und wichtigen Punkt, um die Geheimnisse des pranayama zu verstehen:

  • nur wenn wir pratyahara auf diese Weise erreicht haben, indem durch die Ruhe des Geistes die Sinne still werden und in den Geist aufgelöst sind - nur dann kann die Praxis der Konzentration, dharana, beginnen -
  • wer versucht, dharana zu praktizieren, ohne durch diese subtilen Prozesse zu gehen, kann mit seiner Konzentration nicht wirklich weit kommen.

Für diesen Pfad des Rückzugs der Sinne, pratyahara, übt man das Führen der pranas von einem Punkt zum nächsten - und ihre Auflösung in den Geist - in einem sagarbha-, d.h. mantra-verbundenen Prozess.

 

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